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Reise ins Unbekannte: Die Altmark
Erstaunlich, erstaunlich, wie groß dieses Bundesland ist. Ich gebe zu, ich hatte keine Lust. Ich wollte nicht nach Salzwedel fahren. Warum auch? Originaler Baumkuchen gehört nicht zu meinen Lieblingsgerichten, die weit verbreiteten Plagiate auch nicht. Aber ich musste hin, Dienst ist Dienst. Also Salzwedel. 200 Kilometer hin, 200 Kilometer zurück. Dazwischen eine Veranstaltung, die das Prädikat „Gute Unterhaltung“ nicht ganz verdient. Und was soll ich sagen? Gestaunt habe ich doch. Denn es ist schon etwas kurios, dass nur in 200 Kilometer Entfernung eine Welt existiert, die mit Sachsen-Anhalt eigentlich gar nichts zu tun hat. Sachsen und auch Anhalt sind weit von ihr entfernt. Ich habs zwar schon immer gewusst, selber sehen und hören, ist dennoch etwas anderes. Salzwedel liegt in der Altmark und gehört damit schon vom Namen her zur Mark Brandenburg. Warum es da nicht mehr dazu gehört? Keine Ahnung. Die Altmark gilt als Wiege Brandenburgs, gar als Wiege Preußens. Der Ort Bismark, der liegt in der Altmark. Wer, wie ich den gefühlt, sehr langen Weg von Süden dorthin fährt, staunt aber auch darüber, dass hinter Salzwedel gleich Mecklenburg-Vorpommern anfängt. Das passt ganz gut, denn optisch sieht die Stadt mit ihrem putzigem Fachwerk und den gotischen Backsteinelementen sehr hanseatisch aus. Gesprochen wird, so wie man es erwartet, mit lang gedehnten Vokalen, bisweilen sogar noch Platt. Und natürlich hat sich Salzwedel zum 1. April dieses Jahres den Titel Hansestadt zurückgeholt und trägt diesen nun wieder – offenbar mit Stolz. Ich bin vorhin wieder zurückgekehrt aus Salzwedel. Und finde jetzt, dass es manchmal ganz gut ist, vermeintlich weite Wege zu machen, um zu entdecken, was es in der Nähe alles gibt.
3 comments April 12, 2008
