Diskretion und heimliche Wünsche
Mai 7, 2008
Das Bahnpersonal ist, das muss man schon sagen, freundlich und manche Zugbegleiter, so werden Schaffner ja heute genannt, sind dazu auch angenehm diskret. Manche vielleicht zu diskret, denn heute wusste ich zunächst nicht, was der Mann in Uniform von mir wollte. In dem Moment, als er wortlos vor mir auftauchte, war noch nicht einmal der Zug abgefahren. Die Bahn stand regungslos noch im Bahnhof und er stand vor mir und sah mich aufmerksam an. Sekunden verstrichen, dann wagte ich zaghaft zu fragen, ob er vielleicht meine Fahrkarte sehen wolle. Darufhin meinte er etwas spitz, als hätte ich ihm andere Einblicke angeboten: “Na was denn sonst?” Ich konnte mir daraufhin die - ebenfalls etwas spitze - Bemerkung, dass ich ja nicht automatisch wissen könne, was sein Begehr sei, nicht verkneifen. Gut, der Mann war schlagfertig, und nannte mir das, was er wahrhaftig begehre. Wer jetzt jedoch erotische oder tarifbezogene Fantasien eines Bahnmitarbeiters erwartet, der sei bitte nicht enttäuscht. “Einen Sechser im Lotto, den hätte ich gern”, sagte er, ich bilde mir ein, triumphierend dabei lächelnd. Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet. Ich reichte ihm nur wortlos meine Fahrkarte. Er sah sie an, nickte und verschwand.
Entry Filed under: Gependel. Schlagworte: Bahn, Fahrkarte, Lotto, Zug, Zugbegleiter.
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1.
monamo | Mai 8, 2008 at 3:08 Uhr nachmittags
Ist bestimmt sein Standartspruch
2.
bigoudi | Mai 9, 2008 at 4:53 Uhr nachmittags
Meinste? Gestern war er, genau er, wieder da. Aber da war ich nicht die erste, die er kontrollieren wollte. Ich habe, als er auf mich zukam, mit besonderer Lässigkeit meine Karte von gaaanz allein hochgehalten…..*lach*