Das „e“ ist wieder da

April 28, 2008

Ich will mich nicht beschweren, denn das Wichtigste für den Reisenden an der Deutschen Bahn ist, dass der Zug fährt. Und zwar genau der Zug, mit dem der Reisende fahren will. Wohin dann der Zug genau fährt, ist bei genauer Betrachtung eher unerheblich. Das bedeutet in meinem konkreten Fall: Heute kam der Intercity aus Oldenburg nach Leipzig nicht zu der von mir gewünschten Zeit. Ich hatte mir die Abfahrtszeit eigentlich auch nicht gewünscht. Sie stand so im Fahrplan. Genaugenommen stand dort 19.03 Uhr. Zu dieser Uhrzeit sollte der Zug in Magdeburg abfahren. Ich war lieber ein paar Minuten eher da.  Um 19.03 Uhr teilte eine schnarrende Stimme mit, der Zug verspäte sich um zehn Minuten, um 19.15 Uhr schob die Stimme den Start dann 20 Minuten hinaus. Zeit genug, um zu sinnieren.

Wohin soll die Reise eigentlich gehen? Wohin fährt mein Zug? Ich stieg tagelang in Magdeburg, laut Anzeige, in einen IC nach Lfipzig. Ich habe jedoch nie erlebt, was Lfipzig ist, weil ich immer vorher, in Halle (Saale) Hauptbahnhof, ausgestiegen bin. Schade eigentlich. Denn heute fuhr der Zug, mit dem ich mitwollte plötzlich nach Leipzig. Und das mit 25 Minuten Verspätung. Ich will aber , wie gesagt nicht meckern. Das Fazit des Tages ist zufriedenstellend. Denn die Bahn hat sich ein „e“ besorgt, womöglich extra gekauft, und ich bin doch noch zu Hause angekommen. 

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4 Comments Add your own

  • 1. hallebudgies  |  April 28, 2008 at 10:41

    Wärste doch mal weiter gefahren, dann wüsstest du es jetzt, was Lfipzig ist. Aber jetzt ist die Chance vertan. Schade. :-(

    Lass uns dann doch wenigstens mal wieder nach Leipzsch fohrn. Mit de Bahn. ;-)

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  • 2. Quand  |  Januar 13, 2009 at 10:47

    „Anton Voyl hat Schlaf nötig, doch Anton kommt nicht zum Schlaf und macht Licht. Auf Antons Uhr ists Null Uhr zwanzig. Anton ächzt laut, wälzt sich mal so rum und mal so rum – Antons Schlafcouch ist hart – stützt sich dann auf, griff sich ’n Roman, schlug ihn auf und las; doch lang ging das nicht gut, da Anton vom Inhalt nichts, absolut nichts schnallt und ständig auf ’n Wort stößt, wovon ihm Sinn und Signifikation total unklar ist. Also klappt Anton das Buch zu und ging ins Bad; dort macht Anton das Handtuch nass und fährt sich damit gründlich durchs Antlitz und auch Antons Hals kommt dran. Antons Puls schlug zu stark. Ihm war warm. Anton macht das Wandloch mit Glas davor auf und schaut durch Nacht und Wind zum Mond hinauf.“

    fällt dir das was auf? :-)

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  • 3. Quand  |  Januar 14, 2009 at 10:20

    aus „La Disparition“ von Georges Perec, Übersetzer Eugen Helmlé

    zitiert nach:
    http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=14068

    Was die Bahn da macht, ist also ein Lipogramm und somit hohe Kunst! ;-)

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  • 4. bigoudi  |  Januar 14, 2009 at 11:04

    Liebe Quand…. ich habe mich ja fast zu Tode erschreckt… ein Kommentar! Zwei Kommentare!!! Vielen Dank und so schön…. ganz ohne e…. auch noch von Georges Perec…. wie hübsch!!! Danke!

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