Archive for April 2008
Tödliches Image, grundlos
Da das Image des Ostens sich offenbar nicht von allein poliert, aus Steuergeldern finanzierte Imagekampagnen nicht so recht wahrgenommen werden, gibt es nun eine kommerzielle Hilfskampagne aus dem Osten für den Osten. Die Zigarettenmarke f6 soll die Leute auf den Geschmack bringen. Gestern bekam ich diese wunderbare Schachtel ausgehändigt, die es so nur für Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt. Das bedeutet auch, dass es sich bei der f6-Offensive um eine nach innen gerichtete Imageoffensive handelt. Der Mensch aus dem Osten soll sich selbst Im Osten gut fühlen, cooler kommt das gute Gefühl mit einer originalen f6 in der Hand. Im Westen gibt es diese Zigaretten doch gar nicht!
Nur noch kurz ein Blick auf die Schachtel für Sachsen-Anhalt. Ist das eigentlich kontraproduktiv oder witzig? Liebe und Tod, ein Bundesland und eine ernstzunehmende Warnung? Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, und drehe die Schachtel lieber um, denn dort gibt es noch drei Gründe, die für das seltsame Gebilde mitten in Deutschland sprechen sollen. „I love Sachsen-Anhalt“, steht dort, „weil es die Heimat der Frühaufsteher ist, weil die erste Schokoladenfabrik Deutschlands hier gebaut wurde, weil hier die Luftpumpe erfunden wurde.“ Ein interessantes Sammelsurium an Gründen, die das Leben eines Menschen im Alltag nicht tangieren, außer er wird von einem notorisch früh aufstehenden Sachsen-Anhalter genervt. Das aber ist wohl eher unerfreulich. Ich bin deswegen kurz davor, selbst Gründe zu finden, warum man Sachsen-Anhalt lieben könnte, aber mir ist konkret noch nichts eingefallen. Leider. Deswegen kann ich nur dazu aufrufen, gute Gründe zu finden. Alle Anregungen werden geprüft!
Imagekampagne Werbung in eigener Sache Image-Archiv:
http://nebenbei-bemerkt.blogspot.com/2008/02/image-ist-alles.html
http://nebenbei-bemerkt.blogspot.com/2008/02/image-am-rande-das-autobahn-schild.html
http://nebenbei-bemerkt.blogspot.com/2008/03/in-niedersachsen-da-gibts-pferde.html
http://nebenbei-bemerkt.blogspot.com/2008/03/auflsung-des-niedersachsen-rtsels.html
2 comments April 29, 2008
Das „e“ ist wieder da
Ich will mich nicht beschweren, denn das Wichtigste für den Reisenden an der Deutschen Bahn ist, dass der Zug fährt. Und zwar genau der Zug, mit dem der Reisende fahren will. Wohin dann der Zug genau fährt, ist bei genauer Betrachtung eher unerheblich. Das bedeutet in meinem konkreten Fall: Heute kam der Intercity aus Oldenburg nach Leipzig nicht zu der von mir gewünschten Zeit. Ich hatte mir die Abfahrtszeit eigentlich auch nicht gewünscht. Sie stand so im Fahrplan. Genaugenommen stand dort 19.03 Uhr. Zu dieser Uhrzeit sollte der Zug in Magdeburg abfahren. Ich war lieber ein paar Minuten eher da. Um 19.03 Uhr teilte eine schnarrende Stimme mit, der Zug verspäte sich um zehn Minuten, um 19.15 Uhr schob die Stimme den Start dann 20 Minuten hinaus. Zeit genug, um zu sinnieren.
Wohin soll die Reise eigentlich gehen? Wohin fährt mein Zug? Ich stieg tagelang in Magdeburg, laut Anzeige, in einen IC nach Lfipzig. Ich habe jedoch nie erlebt, was Lfipzig ist, weil ich immer vorher, in Halle (Saale) Hauptbahnhof, ausgestiegen bin. Schade eigentlich. Denn heute fuhr der Zug, mit dem ich mitwollte plötzlich nach Leipzig. Und das mit 25 Minuten Verspätung. Ich will aber , wie gesagt nicht meckern. Das Fazit des Tages ist zufriedenstellend. Denn die Bahn hat sich ein „e“ besorgt, womöglich extra gekauft, und ich bin doch noch zu Hause angekommen.
4 comments April 28, 2008
Das Beste vom Sonntag
Ich war seit langer Zeit mal wieder auf einer Lesung. Einfach so spontan. Und es hat sich gelohnt. Axel Hacke ist wirklich witzig. Unglaublicherweise sind sogar die Kolumnen, die ich im SZ-Magazin nicht ganz so gelungen fand, witzig, wenn er sie liest. „Das Beste aus meinem Leben“ war also das Beste für mich am Sonntag. Davor musste ich nämlich arbeiten. Danach habe ich mich wirklich halb tot gelacht.
Add comment April 13, 2008
Reise ins Unbekannte: Die Altmark
Erstaunlich, erstaunlich, wie groß dieses Bundesland ist. Ich gebe zu, ich hatte keine Lust. Ich wollte nicht nach Salzwedel fahren. Warum auch? Originaler Baumkuchen gehört nicht zu meinen Lieblingsgerichten, die weit verbreiteten Plagiate auch nicht. Aber ich musste hin, Dienst ist Dienst. Also Salzwedel. 200 Kilometer hin, 200 Kilometer zurück. Dazwischen eine Veranstaltung, die das Prädikat „Gute Unterhaltung“ nicht ganz verdient. Und was soll ich sagen? Gestaunt habe ich doch. Denn es ist schon etwas kurios, dass nur in 200 Kilometer Entfernung eine Welt existiert, die mit Sachsen-Anhalt eigentlich gar nichts zu tun hat. Sachsen und auch Anhalt sind weit von ihr entfernt. Ich habs zwar schon immer gewusst, selber sehen und hören, ist dennoch etwas anderes. Salzwedel liegt in der Altmark und gehört damit schon vom Namen her zur Mark Brandenburg. Warum es da nicht mehr dazu gehört? Keine Ahnung. Die Altmark gilt als Wiege Brandenburgs, gar als Wiege Preußens. Der Ort Bismark, der liegt in der Altmark. Wer, wie ich den gefühlt, sehr langen Weg von Süden dorthin fährt, staunt aber auch darüber, dass hinter Salzwedel gleich Mecklenburg-Vorpommern anfängt. Das passt ganz gut, denn optisch sieht die Stadt mit ihrem putzigem Fachwerk und den gotischen Backsteinelementen sehr hanseatisch aus. Gesprochen wird, so wie man es erwartet, mit lang gedehnten Vokalen, bisweilen sogar noch Platt. Und natürlich hat sich Salzwedel zum 1. April dieses Jahres den Titel Hansestadt zurückgeholt und trägt diesen nun wieder – offenbar mit Stolz. Ich bin vorhin wieder zurückgekehrt aus Salzwedel. Und finde jetzt, dass es manchmal ganz gut ist, vermeintlich weite Wege zu machen, um zu entdecken, was es in der Nähe alles gibt.
3 comments April 12, 2008
Unterwegs mit mir und der Bahn – Es geht wieder los
Ich bin ein Pendler seit dieser Woche. Ich erlebe richtig viele Sachen, denn ich fahre Bahn. Na gut, erleben wäre zu viel gesagt, aber es gibt immer wieder Dinge, die einem zu denken geben – und das ist nicht ausschließlich das sehr gern von mir gehörte „Sank you for travelling wiss Deutsche Bahn.“ Nein, manchmal sind es nur einzelne Worte, die auch nicht übersezt werden. Bereits seit drei Tagen beschäftigt mich zum Beispiel das Feierabendbier, dass in den Zügen der Deutschen Bahn (im Bistro, hinter der 1. Klasse, in Wagen 11) immer ab 18 Uhr angeboten wird und das auch noch mit verführerischen Worten: „Wie“, so raunt dann der der Zugbegleiter, „wäre es zum Beispiel mit Currywurst und Brötchen und dazu ein Feierabendbier?“ Klingt immer ein bisschen (zumindest auf meiner Strecke) wie: „Na komm, Du willst es doch auch.“ Also, das Feierabendbier kann also nicht einfach irgendein Bier sein und auch kein Warsteiner, Hasseröder, Jever oder so. Nein, das Feierabendbier ist Belohnung nach einem harten Arbeitstag für gebeutelte Pendler und damit erhebt es sich über jeden Markenwahn. Es ist ein Bier, es ist das Bier, es ist Feierabend und gut is! Es schmeckt, weil es halt schmeckt. Denn es ist Feierabend Prost!
Und habt ihr es gemerkt? Ich bin wieder da! Und genau hier in diesem Blog mache ich weiter. Auch wenn hier hinter den Kulissen schon wieder alles anders aussieht als zuletzt. Das macht die Überarbeitung nicht gerade leichter, aber ich schaff das schon. Auch ohne Bier. Aber jetzt ist erst mal Feierabend!
8 comments April 5, 2008


